Die ersten Tage zuhause

Die ersten Tage zuhause, werden nicht nur für Sie eine Umstellung. Der Welpe muss sich genau erst so an Sie und vor allem an die neue Umgebung und die Situation gewöhnen. Ist der Abholtag gut überstanden, dann legt sich in der Regel auch die Aufregung ein wenig. Bevor Sie sich und natürlich auch der Welpe aufeinander eingestellt haben, vergeht schon noch einiges an Zeit.

Es dauert in etwa einen guten Monat, bis sich der Welpe an das neue zuhause gewöhnt hat und der normale Alltag wieder in halbwegs gewohnten Bahnen verlaufen kann. Der Labrador ist ein Familienhund und lebt sich daher auch recht schnell ein. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich ausreichend und liebevoll um das neue Familienmitglied kümmern. Der Welpe benötigt viel Aufmerksamkeit und nimmt durchaus auch einiges an Zeit für sich in Anspruch.

Die erste Nacht wird zur Herausforderung

Der Tag in der neuen Familie ist gut überstanden. Nun folgt die erste Nacht. Das ist natürlich für den kleinen Welpen eine ganz aufregende und sicher auch beängstigende Geschichte, denn gestern lag er noch wohlbehütet bei seiner Mutter und seinen Geschwisterwelpen und heute soll er bereits allein in einer für ihn fremden Umgebung schlafen. Daher ist gerade in den ersten Nächten sehr wichtig, dass Sie dem Welpen die Angst nehmen und ihm Geborgenheit und Zuwendung bieten.

Für Sie werden die ersten Nächte natürlich auch zu einer Herausforderung, die Sie nicht unterschätzen sollten. Der Kleine ist ja schließlich noch nicht stubenrein. Daher ist es sinnvoll, wenn der Welpe die ersten Nächte unmittelbar neben Ihrem Bett schläft. Richten Sie ihm hierzu eine kleine Kiste ein, in der er bequem schlafen kann. Legen Sie die Kiste ruhig mit einer Hundedecke oder einem waschbaren Hundefell aus, sodass der Welpe eine schöne kuschlige Liegefläche hat. Wenn die Kiste neben dem Bett steht, ist es ganz wichtig, dass der Welpe noch ein wenig Körperkontakt spürt. Kraulen Sie ihn ruhig noch ein wenig hinter den Ohren, dann wird sich auch der Welpe sichtlich wohl und geborgen fühlen. Zudem wird das Verhältnis zwischen Ihnen um einiges gefestigt.

Ob der Welpe in Ihrem Bett schlafen sollte, ist natürlich Ihnen überlassen. Aber hier sollten Sie sich im Klaren darüber sein, dass Sie diese Angewohnheit nie wieder aus dem Hund herausbekommen und der Hund dann immer in Ihrem Bett schlafen möchte. Daher ist es wirklich sinnvoll, den Welpen von vornherein an seine eigene Schlafstätte zu gewöhnen.

Sind die ersten Tage gut überstanden, dann können Sie den Welpen auch langsam an seinen eigenen Schlafplatz gewöhnen. Ideal wäre der Zeitpunkt hierfür, wenn der Welpe stubenrein ist oder sich zumindest bemerkbar macht, wenn er muss. Dies ist natürlich in den ersten Tagen und Wochen noch nicht der Fall. Und auch dann sollten Sie wirklich schnell sein, denn der Welpe kann das noch nicht richtig einsortieren. Macht er sich in dieser Hinsicht bemerkbar, dann heißt es für Sie – schnell den Hund schnappen und einen nahegelegenen Platz suchen, wo der Welpe sein Geschäft verrichten kann. Das wird Ihnen sicher nicht immer gelingen, aber dafür ist es ja noch ein Welpe und er muss, genau wie ein Kind, erst alles lernen.

Welpen gut beobachten

Bevor Sie den Welpen ins Haus geholt haben, haben Sie sicher auch daran gedacht, alles Welpensicher zu machen. Für den Welpen ist alles neu. Er wird alles erkunden, beschnüffeln und an dem einen oder anderen Stück herumknabbern und beißen. Beobachten Sie den Welpen dabei, was er so alles erkundet und schreiten Sie im Ernstfall ein, wenn der Welpe seine kleinen scharfen Milchzähne vielleicht an einem Ihrer Möbelstücke zum Einsatz bringt. Gewöhnen Sie den Welpen von vorherein an ein deutliches „Nein“, denn dieses ist sehr viel effektiver, als wenn Sie den Welpen beschimpfen oder gar bestrafen. Auf Letzteres sollte ohnehin verzichtet werden. Nennen Sie dabei aber keinesfalls seinen Namen, denn dieser sollte nur für positive Erlebnisse verwendet werden.

Lassen Sie den Welpen die erste Zeit daher nicht zu lang aus den Augen. Achten Sie darauf, dass der Welpe tagsüber nicht zu viel spielt und vor allem was er spielt. Zum einen sind die Welpen doch recht schnell erschöpft, zum anderen ist darauf zu achten, da gerade der Labrador Redriever, doch recht schnell zu Gelenkproblemen neigt, diesen nicht durch falsche Spiele zu überfordern oder die Gelenke zu sehr zu beanspruchen.

Ideal ist es daher wenn Sie diese Faustregel beachten: Der Welpe sollte je Lebensmonat nur etwa fünf Minuten spielen und sich danach ausgiebig erholen. Das bedeutet für einen neun bis zehn Wochen alten Welpen, dass hier zehn Minuten völlig ausreichend zum Toben und Spielen sind. Bieten Sie dem Welpen Spielzeuge an, da sich der Welpe sonst auf eigene Faust ein Spielzeug sucht. In der Regel müssen dann ganz schnell Herrchens oder Frauchens Schuhe daran glauben, und das ist sicher auch nicht in Ihrem Interesse. Geben Sie ihm einen Wurfring oder ein altes Handtuch. Verzichten Sie jedoch auf Vollgummibälle, denn diese sind in Windeseile mit den spitzen und scharfen Milchzähnen zerkaut und in unzählige Einzelteile zerrissen.

Nehmen Sie sich Zeit für den Welpen

Am Wichtigsten ist es jedoch, sich viel Zeit für den Welpen zu nehmen. Nicht nur um mit ihm zu spielen oder um ihn zu erziehen. Reden Sie mit dem Welpen. Geben Sie ihm Geborgenheit und integrieren Sie ihn mit in Ihren Alltag.