Erziehung des Labrador Welpen

Die Erziehung eines Hundes sollte so früh wie möglich beginnen. Daher ist es wichtig den Welpen von Grund auf so zu erziehen, dass das gemeinsame Leben zwischen Hund und Mensch funktionieren kann.

Ist der Labrador nicht richtig erzogen, wird das gemeinsame Miteinander ganz schnell zur Zerreißprobe. Der Hund kaut vielleicht Möbel an, bellt den ganzen Tag und hört nicht aufs Wort. Daher empfiehlt sich auf jeden Fall der Gang zur Welpenschule. Später – ab einem Alter von circa drei Monaten, kann der Labrador dann zur Hundeschule gehen. Hier lernt er Befehle und wie er auf diese zu reagieren hat. Ebenso lernen Sie viel darüber, wie Sie mit dem Hund richtig umgehen und diesen in bestimmten Situationen wie kontrollieren können.

Die Hundeschule ist allerdings kein Muss. Selbst ein privater Hundetrainer kann das Tier richtig erziehen. Natürlich können Sie diesen Part auch selbst übernehmen. Damit sich schnelle Erfolge erzielen, sollten Sie hierzu wissen, dass Hunde sehr viel schneller lernen, wenn Sie entsprechend gelobt und weniger bestraft werden. Gerade zu Beginn können Sie diesen Part durch die Gabe von Streicheleinheiten oder einem Leckerli übernehmen. Hierzu sollten Sie jedoch wissen, dass es besonders wichtig ist, das Lob direkt nach dem Befehl zu tätigen und loben Sie aber nur, wenn der Befehl richtig ausgeführt wurde, sodass der Labrador das Lob der bestimmten Tat zuordnen kann. Sollte der Hund aufgrund einer Unart bestraft werden müssen, so darf dies ausschließlich durch die Stimme geschehen. Vermeiden Sie es jedoch den Hund anzuschreien.

Die Wahl der richtigen Kommandos

Wenn Sie den Hund erziehen möchten, sollten Sie wissen, dass der Hund die menschliche Sprache nicht versteht. Er hört lediglich verschiedene Laute, die er sich merkt und bestimmten Situationen zuordnet. Daher ist die Wahl der Tonstärke das Maß aller Dinge, wenn es um die Erziehung des Welpen geht. Kommandos sollten daher immer in der gleichen Tonstärke erfolgen.

Es dauert in etwa zwischen 50 und 200 Mal bis sich der Hund einen Befehl eingeprägt hat. Daher reicht es nicht, den zu erlernenden Befehl nur einmal am Tag zu üben. Dies sollte über mehrere Tage und Wochen erfolgen und intensiv trainiert werden. Bei einem Welpen ist es ähnlich wie bei einem Kind. Beginnen Sie mit kurzen Lerneinheiten, die Sie langsam steigern. Der Labrador wird nicht überfordert und verliert nicht die Lust am Lernen. Nach dem Lernen sollte in jedem Fall eine ausgiebige Spielphase folgen.

Die Sozialisierungsphase

Die Zeit bis zum Ende der 16. Lebenswoche, wird als Sozialisierungsphase bezeichnet. In dieser Zeit macht sich der Welpe mit seiner Umgebung vertraut – der Lernprozess setzt ein. In dieser Zeit ist es wichtig, nachhaltig mit dem Hund zu lernen. Dies bedeutet auch, dass Sie den Hund quasi auf die Umgebung einstimmen. Fahren Sie mit ihm Bus, Bahn oder Auto. Gehen Sie mit ihm unter Menschen und viel in die Natur. Achten Sie jedoch immer darauf, den jungen Welpen nicht zu überfordern. Sobald der Kleine müde wird, sollten Sie mit dem Training aufhören. Achten Sie auch darauf, das der Welpe zunächst nur kleine Aufgaben zu bewältigen hat und er so viele positive Einflüsse aufnehmen kann, denn gerade diese positiven Erlebnisse prägen sich tief im Gehirn des Hundes ein.

Gewöhnen Sie den Welpen langsam an laute Geräusche. Diese werden ihn zunächst verschrecken und ängstlich machen. Geben Sie ihm Zeit, sodass er sich langsam an die Geräuschkulisse gewöhnen kann. Dies gilt ebenfalls für optische Reize. Gehen Sie langsam zu der für den Hund vermeintlichen Gefahrenquelle und zeigen Sie ihm, dass er sich davor nicht fürchten muss.

Den Welpen an den Namen gewöhnen

Setzen Sie den Namen des Hundes immer bewusst ein. Reden Sie ihn nur in bestimmten Situationen, wie zum Beispiel die Futtergabe oder wenn Sie mit ihm spielen, mit seinem Namen an, dass der sich an seinen Namen gewöhnt.

Gewöhnen Sie den Welpen an Leine und Halsband

Das Halsband sollte für den Hund normal und selbstverständlich sein. Daher ist es wichtig, den Welpen schon früh an das Halsband und die Leine zu gewöhnen. Der Welpe sollte das Halsband tagsüber tragen. Es wird ein paar Tage dauern, bis sich der Welpe an das ungewohnte „Ding“ am Hals gewöhnt hat. Ist der Welpe dann die ersten Male an der Leine unterwegs, dann bedenken Sie immer, dass Sie die Kommandos geben. Fängt der Welpe an zu ziehen, bleiben Sie einfach stehen ohne dabei einen Kommentar von sich zu geben. Sie gehen erst wieder weiter, wenn die Leine wieder locker ist. Dies ist wichtig, denn sonst hat der Hund die Kontrolle und zieht dann ständig nur an der Leine.

Planen Sie zu Beginn nur kurze Strecken ein, da sich Welpen noch nicht so gut konzentrieren können. Zu Anfang müssen Sie den Welpen sicher auch noch tragen und weitere Strecken besser mobil zurücklegen.

Die Bezugsperson

Der Welpe braucht ganz klar eine Bezugsperson. Daher ist es ganz wichtig, dass Sie von Anfang an viel Zeit mit dem Welpen verbringen. Nutzen Sie daher die Zeit – kuscheln Sie viel mit dem Welpen, machen Sie gemeinsame Ausflüge in die Natur oder spielen Sie zusammen. Aber auch die ganz alltäglichen Dinge, wie die Fellpflege, die Fütterung oder das Baden gehören dazu. Ebenso das Setzen von Grenzen, welches der Hund genauso lernen muss.

Kommen auf Zuruf

Das Kommen auf Zuruf ist eine wichtige Regel, die der Hund auf alle Fälle lernen und beherrschen muss. Bei dieser Übung wird der Welpe von einer Person gehalten. Sie entfernen sich ein paar Schritte um zum Beispiel das Futter fertig zu machen. Der Hund wird sich automatisch total auf Sie konzentrieren. Sie gehen mit dem Futternapf in einer Hand in die Hocke und rufen zum Beispiel „Hier“. Die Person, die den Welpen hält, lässt diesen los. Der Welpe wird nun sofort zu Ihnen laufen. Dann ist es direkt an der Zeit, den Hund zu loben und das Futter vor ihm auf den Boden zu stellen. Warten Sie dabei direkt an der Seite des Welpen, bis dieser mit dem Fressen fertig ist. Diesen Vorgang sollten Sie bei jeder Mahlzeit wiederholen.

Nach einer Woche ist es dann an der Zeit, den Vorgang außerhalb der Mahlzeiten zu üben. Der Hund muss nun auch nicht mehr festgehalten werden. Damit der Hund einen Anreiz hat, bringen Sie kleine Leckerlis zum Einsatz.

Wichtig ist, dass Sie zunächst nur im Innenbereich mit dem Hund üben. Hört der Hund Ihr Rufzeichen, kommt aber nicht sofort, ist der Lernerfolg wieder verflogen. Machen Sie mit Ihrer Stimme auf sich aufmerksam während Sie sich gleichzeitig, Schritt für Schritt vom Hund entfernen. Dabei wird Ihnen der Welpe nachlaufen. Hat der Hund Sie fast erreicht, rufen Sie „Hier“. Der Lernprozess wird sicher eine Weile dauern, aber mit der Zeit, wird der Hund lernen, was Sie damit bezwecken und wird auch direkt auf Ihren Zuruf hin reagieren.

Zusammenfassend kann man sagen, je früher Sie mit der Erziehung beginnen, umso besser wird das Zusammenspiel zwischen Ihnen und dem Welpen funktionieren. Bei Labrador Welpen oder überhaupt bei Welpen, ist es ähnlich wie bei einem Kind. Der Spruch „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“ trifft auch auf Hunde zu. Sicher, Sie können den Hund auch wenn er älter ist, noch erziehen, aber hier sind die Mühe und der Aufwand sehr viel größer. Daher, lieber direkt im Welpenalter auf eine gute Erziehung pochen, den Hund zur Hundeschule bringen und ihm ein guter Lehrer sein, denn nur so haben Sie lange Zeit einen gehorsamen Begleiter an Ihrer Seite, der perfekt ins Familienbild und zu Ihren Bedürfnissen passt.